Schloss Litzlberg

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Simon von Engl kaufte Schloss Litzlberg zwischen 1605 und 1608 von Weikard von Polheim. Allerdings erwarb Engl zu diesem Zeitpunkt lediglich das Schloss selbst, die anderen Besitzungen, wie etwa ein Meierhof, eine Säge sowie verschiedene Zehenten, verblieben bei Polheim. 1615 erweiterte er das Schloss um einen Rundturm, wobei ein Römerstein gefunden wurde. Im gleichen Jahr ließ er als Reaktion auf gegenreformatorische Bestrebungen in den Nachbargemeinden ein neues evangelisches Predigthaus erbauen, in dem bis 1624 Cyriac Götz seinen Dienst versah.

Die Engl von Wagrain besaßen Litzlberg zumindest bis 1642, wobei Gottlieb Engl von Wagrain in diesem Jahr das Schloss an Franz Christoph Khevenhüller verkaufte. Dieser (Ver-)Kauf wurde entweder später rückabgewickelt oder Khevenhüller verkaufte weiter.

In einer Urkunde vom Dezember 1642 wird Franz Christoph Khevenhüller zu Aichberg, Graf zu Frankenburg, Herr der Herrschaft Lützlberg, genannt.

Nächster nachgewiesener Besitzer ist der ständische Landschaftseinnehmer Johann von Kunitz, der bis 1655 Leheninhaber von Litzlberg war.

Auf ihn folgte Christoph Staindl von Plötzened, der Litzlberg dann 1664 an das Geschlecht der Seeauer verkaufte. Der erste war Elias von Seeau zu Mühlleiten. Er hatte vorher auch die Herrschaft Würting gekauft.

Die Seeauer waren dann bis 1769 Besitzer von Litzlberg.

 

Literatur:

OÖLA, Kommunalarchiv Gramastetten, Urkunde Nr. 13

OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, HS 10

OÖLA, Museala, Khevenhüllerarchiv, Sch. 143, Sch. 147

Zauner, Alois: Vöcklabruck und der Attergau. Stadt und Grundherrschaft in Oberösterreich bis 1620 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs). Linz 1971. 385, 565

 

[Peter März HISTORIKER]

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Kommentare:
  1. A Weidinger sagt:

    Auf Atterwiki ist zu lesen: “Lützelberg wurde neben Unterach der beliebteste Ort für die Salzburger Kryptoprotestanten” … kennt jemand die Quelle?

  2. A Weidinger sagt:

    Atterwiki: “Am 10. Juni 1656 schreibt der neue Besitzer von Litzlberg, Johann Christoph Staindl, an den Abt Michael Trometer u.a., “… dass die beim alten Meierhof befindliche sogenannte lutherische Kirche geweiht werde, damit dieser Name endlich verschwinde.” Vom bischöflichen Ordinariat Passau wird dem Abt die Gewalt erteilt, die lutherische Kirche abzubrechen.

  3. Franz Hauser sagt:

    Leider habe ich erst heute Kenntnis von diesem Blog erlangt. Selbstverständlich gibt es für alle Einträge im Atterwiki Quellen. Das sogenannte “Auslaufen” von Salzburger Geheimprotestanten nach OÖ ist vielfach dokumentiert. Hier eine davon:

    Leider habe erst heute von diesem Blog erfahren. Eintragungen im AtterWiki stützen sich auf Quellen. Das sogenannte “Auslaufen” von Salzburger Geheimprotestanten ist vielfach dokumentiert. Hier zwei davon: Der Satz “Lützelberg wurde neben Unterach……” stammt von Dr. Lohninger (Atergovius) in “Die Pfarrkirche St. Georgen im Attergau, Blätter zur Geschichte des Attergaus”, von 1913. Ein weiterer Bericht: “Der Hüttensteiner Pfleger Trägenreuter berichtet von der großen Zahl von Gläubigen aus dem Gebiet von Golling und Abtenau, die durch das Hüttensteiner Gericht nach Weyer (Weyregg) und Litzlberg “ausliefen”, um dort protestantische Predikten anzuhören und das Abendmahl unter beiderlei Gestalt zu empfangen. (Leopold Ziller, Geschichte St. Gilgens)

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Simon Engl von Wagrain, geboren am 8. Oktober 1540, verstorben am 22. August 1629, Sohn von Stephan Engl von Wagrain (1510-1573) und Maria Magdalena Dorningerin (1520-1580). Engl heiratete am 10. Juli 1594 seine erste Ehefrau Anna Furtin (Furth) (*1540). Sie war die Tochter des kaiserlichen Rates und Vizedoms von Niederösterreich, Wolf Furth und Magdalene geb. Urkauf. Seine zweite Gemahlin, Christine Hackin (1550-1600) heiratete er nach 1620. Insgesamt werden Simon Engl sieben Töchter und fünf Söhne zugeschrieben, gesichert sind die Nachkommen Wolfgang Albrecht (1599-1640), Karl und Maximilian (beide 1600-1640).   Literatur: Zauner, Alois: Vöcklabruck und der Attergau. Stadt und Grundherrschaft in Oberösterreich bis 1620 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs). Linz 1971. 293 OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, HS 1, fol. 60 https://www.ronniger.at/familienchronik/gf_7.html#0   [Peter März HISTORIKER]

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