Leihvertrag / Übernahme der Funde

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Gräberfund Litzlberg / Protestantisches Bethaus

Bmst. Ing. Norbert Hartl ist der 100% Eigentümer der Funde. Er ist sowohl Grundeigentümer (50%) als auch Finder (50%). Die OÖLKG hat an diesem Tag mit ihm einen Leihvertrag abgeschlossen. Innerhalb des Zeitraums von einem Jahr hat die OÖLKG die Möglichkeit den Fund wissenschaftlich zu erforschen und auch auszustellen. An diesem Tag erfolgte die Verbringung des Metallsargs als auch der Reste des Holzsargs in die Restaurierungswerkstätte der OÖLKG in Linz. Die zuständige Restauratorin ist Susanne Heimel. [Alfred Weidinger, GF]

 

Foto: Alfred Weidinger und Norbert Hartl in Seewalchen a.A. / Aufnahme von Gerald Egger

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Transkription eines Dokuments aus dem frühen 17. Jahrhundert

Auf der Inschrift der Grabtafel sollten sich Informationen zur hier bestatteten „geheimnisvollen Litzlbergerin“ finden.

Die Grabtafel wird geöffnet

Die anthropologische Untersuchung der fragmentarisch erhaltenen zweiten Bestattung von Litzlberg gibt Zeugnis vom beschwerlichen und teilweise auch entbehrungsreichen Leben eines erwachsenen Mannes im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert.

Anthropologie: Bestattung 2 – ein erwachsener Mann

Die Adelsfamilie Engl von Wagrain und ihre Besitzung Schloss Litzlberg Das ursprünglich aus Franken stammende Rittergeschlecht Engl stand spätestens ab 1499 in landesfürstlichen Diensten unter Kaiser Maximilian I. Dieser gestattete dem Mautaufschläger Albrecht Engl den Wiederaufbau des Edelsitzes Wagrain nahe Vöcklabruck. Nach 1573 teilte sich die Familie in zwei Linien. Simon Engl begründete als Stammvater den Litzlberger Zweig, der mit Sigmund Friedrich Engl von Wagrain im Jahr 1701 wieder ausstarb und danach mit dem Hauptzweig vereinigt wurde. Simon Engl wurde 1598 in den jungen, 1615 in den alten Ritterstand aufgenommen. Simon Engl erwarb 1605 Schloss Litzlberg von Weikard von Polheim, beide gehörten dem protestantischen Glauben an. 1615 ließ Simon Engl in Litzlberg eine evangelische Hauskapelle errichten, die bis 1656 nachgewiesen ist. In zwei Ehen zeugte er sieben Töchter und fünf Söhne. Simon Engls Sohn, Wolf Albrecht musste um 1630/31 auf Grund seines protestantischen Glaubens kurzzeitig Oberösterreich verlassen, kehrte später zurück, verstarb jedoch 1640.   Literatur: Marks, Alfred: Familiengeschichtliche Aufzeichnungen der Engl von Wagrain 1657 bis 1797. In: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs. Beiträge zur Rechts-, Landes- und Wirtschaftsgeschichte. 8. Band. Graz/Köln 1964. 274-286 Zauner, Alois: Vöcklabruck und der Attergau. Stadt und Grundherrschaft in Oberösterreich bis 1620 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs). Linz 1971. 292   [Peter März HISTORIKER]

10. April 2020 (Karfreitag). Heute ist das letzte Objekt der OÖLKG übergeben worden. Der verzierte Fingerring trägt innen die Gravur “Leben an Christ”. [Stefan Traxler, ARCHÄOLOGE]

Fingerring "Laben an Christ"