Stefan Engl von und zu Wagrain auf Litzlberg

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David Engl, geboren am 15. August 1572 in Steyr, heiratete am 5. Juli 1593 Eva, Tochter des geadelten Steyrer Bürgers Wolf Urkauf und der Margaretha Preuenhuber. Mit ihr hatte er drei Söhne, Gottlieb, geboren 1596, Emmanuel, geboren 1602 und Stefan, geboren 1598. David Engl musste auf Grund seines protestantischen Glaubens Oberösterreich verlassen und das Gut Wagrain an den Grafen Herberstorff abtreten. Er starb 1629 in Pressburg/Bratislava. Seinen beiden Söhne, Stefan und Gottlieb gelang es jedoch, das väterliche Gut wieder einzulösen.

Stefan Engl von und zu Wagrain auf Litzlberg, geboren am 25. Februar 1598 in Steyr, gestorben 1650(?) in Seisenburg. Am 27. November 1618 ehelichte er Anna Maria Händl im Aichet, Tochter des Wolf Händl. 1640 wurde Stefan zum Verordneten des Ritterstandes gewählt. Nach dem Tod Anna Marias heiratete Engl Anna Sophia von Kriechbaum. David, Stefans Sohn aus erster Ehe, verstarb unverehelicht und kinderlos nach 30 Jahren als Landrat ob der Enns. Die beiden Söhne aus zweiter Ehe waren Ferdinand und Hans Ludwig. Ersterer diente als Rittmeister und fiel 1664 in der Schlacht bei St. Gotthard, während Hans Ludwig sich der Religion zuwandte und zum Priester geweiht wurde.

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Quellen Herrschaftsarchiv Wagrain

Rückkauf von Wagrain
1630 III 5, Grafschaft Ort im Traunsee
Kaufabrede zwischen Maria Salome Wittwe nach
Adam Grafen von Herberstorf und Stefan Engl von
Wagrain auf Schmiding und Ezelstorff wegen des
adeligen Sitzes Wagrain, den der Graf vor zwei
Jahren von David Engl sel. um 20.000 Gulden
erkauft hat.
Siegel und Unterschriften:
Salome Herberstorff
Erasmus von Gera auf Arnfels, Eschlberg und
Waxenberg
Gottlieb Engl von Wagrain
Pap. 3 fol. Siegel aufgedruckt

OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, Urkunden, I-62, Hülle 34(?)

und

1630 März 21, Ort im Traunsee 36
Maria Salome v. Herberstorff etz. verkauft dem
Stefan Engl von Wagrain auf Schmieding und
Ezelstorff das Schloß Wagrain samt den
dazugehörigen Stücken, Gülten und Untertanen.
Siegel und Unterschrift: Ausstellerin
Perg., anh. Siegel

OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, Urkunden, 209/I-63, Hülle 36

Zum Todesdatum Stefan Engls. Hier gibt es in der Literatur zwei Nennungen, nämlich 1640 und 1650. Anhand nachfolgender Urkunden kann Stefan Engls Tod eher vor 1643 festgelegt werden, da seine Kinder mehrere seiner Güter im Jahr 1643 verkaufen:

1643 Jänner 29 48
Gottlieb Engl von Wagrain auf Seisenburg etc.
und Mathias Castner von Sigmundtslust auf
Casstenstein und Traunegg etc., als Gerhaben
über weil. Stephan Engl von Wagrein
nachgelassenen Kinder namens Hans Ludwig,
Ferdinand, Justina, Sophia und Maria Czezilia,
verkaufen die väterliche Erbgerechtigkeit an der
Wiese, die “Holzödt” genannt, aus der Hub in
Schöndorf, in Schöndorfer Pfarre gelegen, unter
dem kaiserl. Vizedomamt Linz, dem Bruder ihrer
Pupillen namens David Engl v. Wagrain.
Siegler: Constantin Grundemann von Falkenberg
Zeugen: Hans Wankhamer, Tobias Sterer beide
Amtleute und Hans Huebinger zu
Schaidet
Perg., anh. Siegel

OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, Urkunden, 252/I P-6, Hülle 48

und

1643 Jänner 29 49
Gottlieb Engl von und zu Wagrain auf Seißenburg
und Pettenbach und Matthias Castner von und zu
Sigmundslust auf Kastenstein und Trauneggs des
der von weil. Stephan Engl von und zu Wagrain
hinterlassenen Kindern Hanns Ludwig, Ferdinand,
Justina, Sophia und Maria Caecilia Gerhaben,
verkaufen dem Bruder David Engl von und zu
Wagrain die erbliche Gerechtigkeit der Pupillen
an der Wiese “Holzöd” Pfarre Schöndorf unter
dem kaiserlichen Vizedomamt.
Siegler: Konstantin Grundemann von Falkenberg,
Waldenfels, Streitwiesen und Egeregg
Zeugen: Hans Wankhamber, Thobias Sterer,
beide Amtsleute, Hans Huebinger zu
Schaidet
Perg. Siegel

OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, Urkunden, 252/I P-7, Hülle 49

1628 Februar 10 34
Stefan Engl von und zu Wagrain etc. verkauft dem
Balthasar von Khriechpaumb auf Khirchperg,
Pfandinhaber von Pflindsberg und Verweser des
Hallamts zu Aussee, etc. folgende Stück, Gülten
und Güter:
1) Das Haus, Mühle, Säge und Stampf zu
Schöndorf
2) Die Fischerei auf der Ager, dem Mühlbach
und dem Prunbachl
3) Zwei Häuser, in der Fleischhacker u. d.
Müller wohnh.
4) Das Mayrgut zu Schöndorf
5) Die obrigkeitliche Jurisdiction samt dem
Zehent auf allen vorerwähnten Grundstücken
6) Die freys aigentuemlichen Gülten und
Untertanen Hans Weberstorffer, Zimmermann,
Abraham Edndorfer, Christoph Zauner,
Leinweber, Sebastian Khöckh, Schneider, die
Alt Vorsterin Scolastica Sumetinger, Sebastian
Stainer, Georg Lüxl, Zacharias Khüenesperger,
Hans Schneider Hans Khrempl, Sigmund Nagl
7) Den ganzen Zehent auf verschiedenen
benachbarten Gründen
Siegler: Der Aussteller und David Engl von
Wagrain
Perg., 2 anh. Siegel

OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, Urkunden, 201/I-58, 59, Hülle 34

 

Literatur:

Gruber, J. W. (Hg.): Allgemeine encyklopädie der wissenschaften und künste in alphabetischer Reihenfolge (Brockhaus). Erste Section A-6, 33. Theil. Leipzig 1840. S. 285

Zauner, Alois: Vöcklabruck und der Attergau. Stadt und Grundherrschaft in Oberösterreich bis 1620 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs). Linz 1971. 292-293

https://www.ronniger.at/familienchronik/gf_7.html#0

Stammbaum Familie Engl

 

[Peter März HISTORIKER]

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Simon von Engl kaufte Schloss Litzlberg zwischen 1605 und 1608 von Weikard von Polheim. Allerdings erwarb Engl zu diesem Zeitpunkt lediglich das Schloss selbst, die anderen Besitzungen, wie etwa ein Meierhof, eine Säge sowie verschiedene Zehenten, verblieben bei Polheim. 1615 erweiterte er das Schloss um einen Rundturm, wobei ein Römerstein gefunden wurde. Im gleichen Jahr ließ er als Reaktion auf gegenreformatorische Bestrebungen in den Nachbargemeinden ein neues evangelisches Predigthaus erbauen, in dem bis 1624 Cyriac Götz seinen Dienst versah. Die Engl von Wagrain besaßen Litzlberg zumindest bis 1642, wobei Gottlieb Engl von Wagrain in diesem Jahr das Schloss an Franz Christoph Khevenhüller verkaufte. Dieser (Ver-)Kauf wurde entweder später rückabgewickelt oder Khevenhüller verkaufte weiter. In einer Urkunde vom Dezember 1642 wird Franz Christoph Khevenhüller zu Aichberg, Graf zu Frankenburg, Herr der Herrschaft Lützlberg, genannt. Nächster nachgewiesener Besitzer ist der ständische Landschaftseinnehmer Johann von Kunitz, der bis 1655 Leheninhaber von Litzlberg war. Auf ihn folgte Christoph Staindl von Plötzened, der Litzlberg dann 1664 an das Geschlecht der Seeauer verkaufte. Der erste war Elias von Seeau zu Mühlleiten. Er hatte vorher auch die Herrschaft Würting gekauft. Die Seeauer waren dann bis 1769 Besitzer von Litzlberg.   Literatur: OÖLA, Kommunalarchiv Gramastetten, Urkunde Nr. 13 OÖLA, Herrschaftsarchiv Wagrain, HS 10 OÖLA, Museala, Khevenhüllerarchiv, Sch. 143, Sch. 147 Zauner, Alois: Vöcklabruck und der Attergau. Stadt und Grundherrschaft in Oberösterreich bis 1620 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs). Linz 1971. 385, 565   [Peter März HISTORIKER]

Es sind mehr Bestattungen, als ursprünglich gedacht.

Im Herrschaftsarchiv Wagrain, das im Oberösterreichischen Landesarchiv liegt, finden sich Testament und Mitgiftverzeichnis von Anna Maria Händlin.