Restaurierung des Metallsarges - Schritt 1

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Nach der ersten Begutachtung des Metallsarges und des innenliegenden Holzsarges war sofort klar, dass diese beiden Materialien behutsam getrennt werden müssen. Die Restaurierung und Konservierung der beiden Särge und der fachgerechte Erhalt der Objekte in Zukunft, ist ohne eine Trennung nicht möglich.

Durch die starken Deformierungen des Korpus des Metallsarges sowie die Deformierung des fragmentarisch erhaltenen Sargdeckels war der Holzinnensarg nicht zugänglich und es musste ein geeignetes Konzept zur Trennung der beiden Särge erarbeitet werden. Die Grundlage war, dass der äußerst gut erhaltene Holzsarg dabei nicht beschädigt wird. Ein Zerlegen des Holzsarges, um ihn aus seiner beengten Lage zu befreien, war ohnehin keine Option.

In unserem Atelier in Wien planten wir unterschiedliche Lösungsansätze für die Rückformungsarbeiten und die Bergung des Holzsarges. Dabei wurde bereits im Vorhinein deutlich, dass für diese Arbeiten ein schrittweises Herantasten, gute Vorbereitung, eine flexibel anwendbare Kombination aus unterschiedlichen Herangehensweisen und eine kleine Prise Glück nötig sein würden. In der Theorie waren die Särge bereits getrennt, also musste „nur noch“ die Praxis folgen. Um für diverse Überraschungen während der Arbeiten gewappnet zu sein, fertigten wir unterschiedliche Formwerkzeuge an.

Als ersten Arbeitsschritt nahmen wir uns die Demontage des Sargdeckels vor, welche ohne größere Probleme möglich war. Als nächstes folgten die schrittweise Rückformung und Ausrichtung der Deformierungen am Kopfende, den Seitenwänden sowie dem Fußende. Besonders problematisch waren hierbei nicht nur die stark deformierten Kupferbleche, sondern ebenfalls die verbogenen massiven Flachstähle. Dadurch war der Holzsarg in drei Bereichen vom Metallaußensarg sozusagen „eingeschlossen“. Mit Hilfe der angefertigten Werkzeuge konnten die deformierten Bleche des Sarges, wie vorab geplant, so weit wie möglich rückgeformt werden. Die besonders starken Deformierungen an der oberen Ecke, welche die Bergung des Holzsargs verhinderten, konnten um rund 14 cm rückgeformt werden. Nun kam es endlich zum spannenden, etwas unvorhersehbaren Teil der Arbeiten: dem eigentlichen Herausheben des Holzsarges.

Hierfür wurden in den beengten Zwischenraum am Kopfende zwei Zurrgurte eingelegt und unter den Holzsarg eingefädelt, sodass am Ende zwei Halteschlaufen auf jeder Seite vorhanden waren. Durch die Vorarbeiten war nun gerade genug Platz zwischen Holzinnensarg und Metallaußensarg um mit einer Hand den Holzsarg leicht anzuheben und gleichzeitig die Gurte mittels Bambusstäben unter den Holzsarg zu bringen – eine heikle Angelegenheit. Viel Geduld, Kraft und Fingerfertigkeit war dabei gefragt.

Die zwar gut erhaltenen, jedoch stark aufgeweichten Hölzer, waren nun mit vier Gurten, gleichmäßig verteilt auf die gesamte Länge, zur Bergung abgestützt. Als Hebevorrichtung wurde in die nun vorhandenen Trageschlaufen jeweils ein Holzbalken der Breite nach eingefädelt. Nun war alles bereit für das Ausheben des Holzinnensarges – ein spannender Augenblick!

Der sehr schwere Holzsarg wurde behutsam ein kleines Stück angehoben und erwies sich glücklicherweise als äußerst stabil. Der Sarg wurde senkrecht angehoben bis er (mit dem nötigen Sicherheitsabstand) über die Kante des Metallsarges hinweggehoben werden konnte. Trotz des hohen Gewichtes und der äußerst eingeschränkten Bewegungsfreiheit konnte er ohne Beschädigungen auf Paletten zwischengelagert werden.

Der Metallsarg wurde so gut wie möglich trockengelegt und ebenfalls leicht gereinigt. Der Holzsarg wurde von uns erneut leicht befeuchtet und mit einer Plane abgedeckt, um ein unkontrolliertes Austrocknen zu verhindern.

Durch die Trennung des Holzinnensarges vom Metallaußensarg kann nun eine fachgerechte Konservierung und Restaurierung für die beiden Materialien durchgeführt werden.

 

Mag.art. Regina Anna Friedl & Mag.art. Rudolf Adolf Göttlich

Restaurierungsatelier Friedl & Göttlich GesbR

 

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Zauner, Alois: Vöcklabruck und der Attergau. Stadt und Grundherrschaft in Oberösterreich bis 1620 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs). Linz 1971. 292

 

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