Gräberfund Litzlberg / Protestantisches Bethaus / Goldring

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Gräberfund Litzlberg / Protestantisches Bethaus / Goldring

Ringe mit Darstellungen der Leidenswerkzeuge (Arma Christi bzw. Passionswerkzeuge) “kennt man an sich schon aus dem 15. Jahrhundert, doch in diesem Fall würde eine Datierung um 1600, 1. Viertel 17. Jh. wohl passender sein. Ein Hochzeitsgeschenk wird der Ring aber wohl eher nicht gewesen sein, bei solchen findet man eher Treue-und Liebessymbole (verschlungene Hände, Herzen etc.). Bei diesem weist die Thematik schon eher auf den Tod und dessen Überwindung hin – Arma Christi sind ja in der christlichen Tradition die siegreichen Waffen, mit denen Christi den Tod überwand. Dasselbe wird man wohl auch für die Trägerin des Ringes mit dieser Beigabe erhofft haben. Das ist allerdings nur eine spontane Vermutung, eine wirkliche Praxis der Beigabe von Arma-Christi-Ringen ist mir selbst nicht geläufig. [Paulus Rainer, Kurator der Kunstkammer & Schatzkammer im KHM]

Paulus Rainer verweist u.a. auf den sog. Irenenring (Rekonstruktion siehe Foto). Dieser Grabring wurde 1836 bei Abrissarbeiten im Kloster Lorch gefunden und ging im 20. Jahrhundert verloren; eine detailgetreue Zeichnung hat sich allerdings erhalten. Als Trägerin des Ringes vermutete man seinerzeit die 1208 in der Klosterkirche Lorch beigesetzte Stauferkönigin Irene. Der Ring zeigt Maria, die Mutter Jesu Christi, und Leidenswerkzeuge der Passion: das Kreuz und eine Leiter, die Geißelruten, drei Würfel, mit denen die römischen Soldaten um das Gewand würfelten, Hammer und Zange sowie einen Blutstropfen. Darüber steht der Schriftzug IHS, Iesus Hominum Salvator – Jesus, Retter der Menschen.

Wir gehen derzeit davon aus, dass der Goldring in der Tat ein Grabring war. In Österreich ist allerdings bislang kein einziger vergleichbarer Fund bekannt. Wir werden unsere diesbezüglichen Forschungen vertiefen und Sie weiterhin  über diesen Blog informieren. [Alfred Weidinger]

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