Engl von Wagrain

Merken

Die Adelsfamilie Engl von Wagrain und ihre Besitzung Schloss Litzlberg

Das ursprünglich aus Franken stammende Rittergeschlecht Engl stand spätestens ab 1499 in landesfürstlichen Diensten unter Kaiser Maximilian I. Dieser gestattete dem Mautaufschläger Albrecht Engl den Wiederaufbau des Edelsitzes Wagrain nahe Vöcklabruck.

Nach 1573 teilte sich die Familie in zwei Linien. Simon Engl begründete als Stammvater den Litzlberger Zweig, der mit Sigmund Friedrich Engl von Wagrain im Jahr 1701 wieder ausstarb und danach mit dem Hauptzweig vereinigt wurde. Simon Engl wurde 1598 in den jungen, 1615 in den alten Ritterstand aufgenommen.

Simon Engl erwarb 1605 Schloss Litzlberg von Weikard von Polheim, beide gehörten dem protestantischen Glauben an. 1615 ließ Simon Engl in Litzlberg eine evangelische Hauskapelle errichten, die bis 1656 nachgewiesen ist. In zwei Ehen zeugte er sieben Töchter und fünf Söhne.

Simon Engls Sohn, Wolf Albrecht musste um 1630/31 auf Grund seines protestantischen Glaubens kurzzeitig Oberösterreich verlassen, kehrte später zurück, verstarb jedoch 1640.

 

Literatur:

Marks, Alfred: Familiengeschichtliche Aufzeichnungen der Engl von Wagrain 1657 bis 1797. In: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs. Beiträge zur Rechts-, Landes- und Wirtschaftsgeschichte. 8. Band. Graz/Köln 1964. 274-286

Zauner, Alois: Vöcklabruck und der Attergau. Stadt und Grundherrschaft in Oberösterreich bis 1620 (Forschungen zur Geschichte Oberösterreichs). Linz 1971. 292

 

[Peter März HISTORIKER]

Teilen auf:
Kommentare:
  1. A Weidinger sagt:

    Im Friedhof der römisch-katholischen Wallfahrtskirche Maria Schöndorf (Vöcklabruck) soll sich die Gruft der Familie Engl befinden. Ich werde mir die Gruft ansehen und vielleicht eine Filmaufnahme machen. [Alfred Weidinger GF]

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Für die Bergung der beiden Holzsärge aus dem stark deformierten Metallsarg haben wir uns an zwei SpezialistInnen aus Wien gewandt. Regina Friedl und Rudolf Göttlich vom Restaurierungsatelier Friedl & Göttlich GesbR haben das Problem mit viel Geschick für uns gelöst und berichten über die herausfordernde Arbeit.

14. April 2020 Besuch bei Georg Spiegelfeld-Schneeburg im Schloss Tillysburg.

Identifikation 01

Ein Portrait aus der Sammlung Spiegelfeld zeigt Anna Engl von Wagrain, geborene Furtin. Sie war die Gattin von Simon (1571-1639), dem damaligen Familienoberhaupt der Familie Engl von und zu Wagrain. Sie zählte zunächst nicht zum engsten Kreis der „Verdächtigen“, weil die historische Überlieferung zu ihren Lebensdaten unvollständig und teilweise sogar falsch ist. So wird beispielsweise als Sterbejahr 1594 angegeben, obwohl sie in diesem Jahr erst geheiratet hat und – wie wir nun von der Grabtafel wissen – 1620 verstorben ist.

IDENTIFIKATION 1.2 / Portrait der Anna Engl, geb. Furtin

Im Sarg der „geheimnisvollen Litzlbergerin“ fand sich ein schmaler goldener Ring mit mehrfarbigem Emaille. Mehrere Besucher_innen des Blogs beteiligten sich an der Deutung der auf dem Ring dargestellten Objekte als Arma Christi.

Ein Ring mit Programm

25. März 2020. Die Freilegungsarbeiten begannen um 7 Uhr und dauerten bis Mittag.

Gräberfund Litzlberg / Protestantisches Bethaus

16. April 2020 Der goldene Ring wurde hochauflösend fotografiert. Die Feindaten werden in den Projektordner kopiert.

Der goldene Ring / Darstellungen